Bürger gegen Nachverdichtung

Im Plänterwald formiert sich Widerstand. Vor zwei Wochen fanden die Bewohner im Bereich Orionstraße, Am Plänterwald und Neue Krugallee plötzlich Zettel der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land in ihren Briefkästen, mit denen sie über eine Nachverdichtung informiert wurden. Und die hat es in sich.

Den Originalbeitrag des Tagesspiegels finden Sie hier.

„Mit dieser Nachverdichtung wird unser gesamter Kiez zerstört, mehr als 30 Bäume (teilweise über 70 Jahre alt) sollen gefällt, die Spielplätze und Parkplätze wegrationalisiert werden. Die Infrastruktur in unserem Kiez lässt so eine geplante Nachverdichtung gar nicht zu”, teilt uns Julia Krstic von der Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (BI) „Gegen Bebauung Plänterwald” mit. Sie hätte sich ein frühzeitiges Gespräch mit Stadt und Land gewünscht, damit nicht solche abstrusen Ideen herauskommen.

Wenn der Spreepark wieder eröffnet, wird sich die Lage verschärfen. Denn schon jetzt gibt es in dem Kiez zu wenig Kitas, Schulen, Supermärkte, Spielplätze und Ärzte, sowie Parkplätze. „Teilweise sollen Wohnblöcke so dicht gebaut werden, dass manche Wohnungen kein Tageslicht mehr bekommen,” sagt die engagierte Anwohnerin.

Der Senat ist in der Pflicht, langfristig ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Wohnungsbau, sozialen Belangen sowie Umwelt- und Gesundheitsschutz zu sichern, meint die BI. Denn Dichte habe Grenzen. „Es braucht eine gut durchdachte, grüne und soziale Stadtplanung, die gesunde und lebenswerte Wohnverhältnisse für alle ermöglicht.”

Die Anwohner haben bereits eine Petition gestartet um die Verdichtung abzumildern und sich an Politiker gewandt. Die Bürger sind nicht gegen eine Bebauung. „Berlin braucht Wohnungen, das ist klar, aber nicht so”, sagt Krstic. „Berliner Viertel dürfen durch Nachverdichtung nicht zurück ins Zille-Milieu katapultiert werden! Der Berliner Senat muss sofort alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen und Gesetze erlassen, um Berlins grüne Stadtoasen und Höfe zu retten”, heißt es dazu auf der Internetseite der BI.

Und sie haben auch Alternativvorschläge: Vorhandene Wohnblöcke könnten aufgestockt und an bestehende Gebäude könnte angebaut werden. Außerdem könnten große freie Flächen im Wohngebiet genutzt werden.

Bei Stadt und Land war leider niemand dazu zu erreichen. Aber auf der Internetseite stehen Informationen: 95 neue Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen auf circa 6.580 Quadratmetern Wohnfläche sollen in sechs Fünf-Geschossern geschaffen werden. Dazu kämen 19 Stellplätze und mehrere Spielflächen, 16 Bäume sollen neu gepflanzt werden. Die Hälfte der Wohnungen soll gefördert sein, der Rest frei finanziert.

Zum Thema Wohnungsbau kann ich Ihnen noch einen interessanten T+-Artikel ans Herz legen. Denn in Berlin gibt es noch viele Brachen und freie Flächen, die nicht bebaut sind – ein gewaltiges Potenzial für neue Wohnungen. Nur: Es wird nicht angepackt. Woran es scheitert und wie es besser gehen könnte, schildern unsere Autoren in diesem kostenpflichtigen Artikel auf tagesspiegel.de. (Danke für Ihre Unterstützung: Sie helfen mit einem T-Plus-Abo dabei, aufwändigen hyperlokalen Journalismus zu finanzieren.)


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